Die Psyche des Pferdes

Frühlingserwachen                                                        

Um die Ecke höre ich das dumpfe, eisenfreie Klappern von Hufen, als ich meinem Wallach am Waschplatz die dreckigen Beine vom Paddock abwasche. Während ich noch seufzend feststelle, dass die Weidesaison endlich in Sicht ist, kommen die drei „Walzen“ um die Kurve. Walzen klingt nicht gerade nett, jedoch ist dies die einzige Beschreibung, die den tragenden Stuten nahekommt. Die Bäuche der zwei Warmblüter und des Connemara-Ponys haben sich schon ganz schön gesenkt, und es kann sich nur noch um Tage handeln, bis die Fohlen endlich da sind und die Blicke des ganzen Stalls auf sich ziehen werden.

Frühling ist Fohlenzeit – und natürlich auch die Zeit des Deckens. Eine Verbandsschau nach der anderen kann besucht werden, sodass die meist wunderschönen, talentierten Hengste auch in live betrachtet werden können. Doch einfacher wird es dadurch häufig nicht, denn die meisten von ihnen überzeugen sehr, und man sieht in Gedanken aus seinem Fohlen schon den nächsten Superstar heranwachsen. Neben dem Exterieur, welches die Nachteile der Stute bestmöglich verbessern soll, und dem Aussehen, welches einem als Erstes ins Auge springt, gibt es natürlich auch noch das Interieur, welches nicht weniger relevant sein sollte. Hat man eine hektische, übereifrige Stute, so sollte der Hengst möglichst klar und ruhig sein, damit die Chance besteht, dass das Fohlen kein Nervenbündel wird. Weitreichende Entscheidungen müssen also vor der Besamung getroffen werden. Hat man sich dann für einen Vater des eigenen Fohlens entschieden und alle Kosten für Besamung, Tierarzt, Unterbringung und Aufzucht abgesegnet, so beginnt die Zeit des Wartens und Hoffens, dass alles gutgehen wird. Kameras und spezielle Produkte, die einen per App warnen, wenn die Geburt bevorsteht, werden angeschafft, und das Euter wird ständig begutachtet. „Es ist doch irgendwie schon dicker geworden, oder?“, fragt mich die Besitzerin einer der tragenden Stuten. „Jaaa … eindeutig“, bestätige ich mit einem Lächeln. Obwohl es nicht meine Pferde sind, freue ich mich jetzt noch mehr auf die Weidesaison. Denn was gibt es Schöneres, als das Strahlen in den Augen der Menschen zu sehen, die sich an dem neuen Leben erfreuen?

Ich wünsche Ihnen und den Pferden eine schöne Weidezeit!

Lara Wassermann

Leitende Redakteurin Mein Pferd

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