Text: Kerstin Wackermann        Foto: www.Slawik.com

Schwitzen Pferde stark, verliert ihr Körper nicht nur viel Wasser, sondern auch Elektrolyte. Einige Pferde können die verlorenen Salze durch einen Salzleckstein auffüllen, andere profitieren von speziellen Elektrolytpräparaten

Das Fell unter dem Sattel ist nass nach dem Training, an der Flanke zeichnen sich dunkle Stellen ab, und an der Hinterhand bilden sich erste Schaumstellen –  im Sommer kann das Training ganz schön schweißtreibend sein. 400 bis 500 Schweißdrüsen pro Quadratzentimeter sorgen dafür, dass sich der Pferdekörper herunterkühlen kann auf die normale Körpertemperatur, die bei einem gesunden, ausgewachsenen Pferd zwischen 37,0 bis 38,2 Grad Celsius liegt. Der Schweiß legt sich wie ein Feuchtigkeitsfilm auf die Haut, und es entsteht die sogenannte Verdunstungskälte, die für Abkühlung sorgt. Etwa zehn Liter Wasser können Pferde im Höchstleistungssport ausschwitzen, Distanzpferde kommen sogar auf bis zu 18 Liter. Ausreichend saufen ist wichtig, um den Flüssigkeitshaushalt wieder aufzufüllen. Einfach nur Wasser reicht aber nicht. Denn der Schweiß besteht nicht nur aus Wasser, sondern auch aus Elektrolyten, umgangssprachlich auch Körpersalze genannt. Besonders wichtig sind Natrium, Chlorid und Kalium, die unter anderem für den Stoffwechsel und die Kommunikation zwischen Nerven- und Muskelzellen eine Rolle spielen.

Anzeichen für Defizite

Pferde, die über einen längeren Zeitraum schwitzen, verlieren erhebliche Mengen an Wasser und Elektrolyten – viermal mehr Elektrolyte als wir Menschen. „Kann das Pferd diese nicht auffüllen, lässt seine Leistungsfähigkeit nach, teilweise sind auch Muskelkrämpfe möglich“, erklärt Prof. Dirk Winter, Studiendekan Pferdewirtschaft der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen. Zudem gibt es weitere Hinweise, wenn ein Pferd an einem Salzmangel leidet. „Diese Pferde lecken viel an Gegenständen oder an den Händen des Menschen. Manche von ihnen fressen auch Erde. In einigen wenigen Fällen wird auch eine reduzierte Futteraufnahme sowie eine Gewichtsabnahme beobachtet.“

Zu salzig

Um einen Salzmangel vorzubeugen, ist es allerdings keine gute Idee, seinem Pferd mit jeder Mahlzeit eine bestimmte Menge Salz in die Krippe zu schütten. Die Ernährungsexpertin Prof. Dr. Annette Zeyner von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg hat in einer Studie (2017) in Zusammenarbeit mit dem Waltham Centre for Pet Nutrition (UK) über einen Zeitraum von neun Wochen sechs Pferden verschiedene Mengen an Salz gefüttert. Die Tiere bekamen die ersten drei Wochen eine normale Ration ohne Salz, dann drei Wochen lang zusätzlich 50 Gramm Salz pro Tag und die letzten drei Wochen 100 Gramm Salz pro Tag – das sind Mengen, die den gängigen Empfehlungen für sportlich genutzte Pferde entsprechen.

Schon bei der geringen Menge von 50 Gramm konnten die Forscher allerdings eine Übersäuerung messen. Diese konnte der Pferdekörper zwar noch kompensieren, doch die Wissenschaftler konnten zudem einen deutlich erhöhten Kalziumverlust verzeichnen. Für Pferde, die viel Kalzium in den Knochen einlagern müssen, wie etwa wachsende oder sportlich sehr aktive Pferde, ist das kritisch zu sehen.

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