Text: Inga Dora Schwarzer         Foto: imago/Frank Sorge

Für Pferde steht oft nur eine begrenzte Paddockfläche zur Verfügung, die durch intensive Nutzungschnell zu einer Schlammwüste wird. Doch mit einer optimalen Bodenbefestigung und einem individuellen Wasserkonzept lässt sich der Kampf gegen den Matsch gewinnen.

Im Sommer sehen alle Paddockböden tipptopp aus. Matsch? Fehlanzeige! Doch spätestens im Herbst geht es wieder los: Feuchte Witterung und Wasserrückstau sorgen für eine Verschlammung der Böden. Oft werden viele Pferde auf einer kleinen Fläche gehalten, und der Boden wird intensiv genutzt. Das macht es nur noch schlimmer. Hohe Belastungen und Scherkräfte wirken auf den Untergrund ein. Bewuchs kann hier nicht mehr entstehen. Die oberste Schicht verdichtet sich über die Jahre und kann kein Wasser mehr aufnehmen. Das kühle Nass bleibt auf der Oberfläche stehen.

Rutschig und gefährlich

Der Matsch vermischt sich zudem mit dem Pferdemist. Die Folge: Bakterien fühlen sich in dem Gemisch so richtig pudelwohl. Strahlfäule und Mauke treten auf. Matsch ist zudem sehr rutschig und verwandelt die Laufläche schnell in eine Schlitterbahn. Mulden bilden sich, die zu gefährlichen Stolperfallen werden können. Im Winter dann gefriert die Hügellandschaft, und der Paddock ist nur noch mit Vorsicht oder gar nicht mehr für die Tiere nutzbar. Wenn dieses Problem der Vergangenheit angehören soll, ist genau jetzt in den warmen Monaten Zeit für eine Bodenbefestigung.

Um Matsch langfristig zu verhindern, muss das Wasser eine Möglichkeit haben, abzulaufen und zu versickern. Wie das realisiert werden kann, ist zunächst von den Auflagen der jeweiligen Gemeinden abhängig. Jede Bedeckung des natürlichen Bodens durch einen Baustoff wird vom Gesetzgeber nämlich als bauliche Maßnahme bezeichnet. Da das Wasser bei einer Paddockbefestigung nicht mehr auf natürliche Weise versickern kann, stellt sie einen Eingriff in die Natur dar. Deshalb wird per Gesetz regulierend eingewirkt. Wer im Außenbereich „baut“, benötigt eine Baugenehmigung. Auch aus wasserrechtlicher Sicht könnten Bedenken bestehen. Auf gepachtetem Land kann es ferner Einschränkungen vom Verpächter geben.

Ist der Pferdehalter auf eine Genehmigung angewiesen, sollte er sich für eine umweltverträgliche Variante mit einem geringen Versiegelungsgrad entscheiden. Nach dem Motto: So viel wie nötig, so wenig wie möglich. Wer mit dem Antrag gleichzeitig einen möglichen Rückbau und Ausgleichsmaßnahmen (z. B. eine ökologische Aufwertung von Flächen durch die Pflanzung von Laubbäumen, die Anlegung von Hecken oder Obstwiesen) einreicht, kann darauf hoffen, eher eine Zustimmung zu erhalten.

Individuelle Beschaffenheit

Ist die Entscheidung für eine bauliche Maßnahme gefallen, muss zunächst der Ist-Zustand beurteilt werden: Welchen Boden habe ich? Wasserdurchlässigen Sand? Dann sollte das Trockenlegen ein Kinderspiel sein. Wasserundurchlässigen Ton oder Lehm? Dann wird es schon aufwändiger. Je weniger Tragfähigkeit und Wasserdurchlässigkeit gegeben sind, desto mehr Aufwand muss der Pferdehalter betreiben, um das Niederschlagswasser effektiv ableiten zu können und eine solide Befestigung zu erreichen.

Hierbei spielt auch das Wasser von unten, u. a. ein hoher Grundwasserspiegel und Druckwasser bei hügeligem Gelände, eine wesentliche Rolle. Steigungen und Gefälle erfordern oftmals andere Lösungen als flache Lagen. Soll zudem mit Traktor oder Hoflader über die Paddockfläche gefahren werden, gilt es, die entsprechend höheren Belastungsanforderungen an den Boden zu berücksichtigen. Dieser muss immer an die individuelle Nutzung angepasst werden.

…den kompletten Artikel finden Sie in der Ausgabe 6/2020.