Text: Alexandra Koch        Foto: Adobe Stock/Alexia Khruscheva

Nicht erst seit der Klimawandel die Menschen zusehends mehr bewegt, haben die meisten von uns bemerkt, dass die Hitze- und Trockenperioden in den Monaten Juni, Juli und August häufig länger und ausgeprägter verlaufen

Wenn die Temperaturen über 30 °C steigen, gilt es nicht erst seit gestern einiges zu beachten. Denn ebenso wie Menschen nicht empfohlen wird, dass sie in der Mittagshitze unter direkter Sonneneinstrahlung Sport treiben, sollten auch unsere Pferde die Möglichkeit bekommen, sich im Schatten zu erholen und generell einen kühlen Kopf (und Körper) bewahren zu dürfen.

Reitsport und Hitze

An heißen Sommertagen sollte auf Ritte in der Mittagszeit verzichtet werden. Bei extremen Temperaturen kann auch von den Nachmittagsstunden eine Gefahr ausgehen. Dann strahlt die Sonne zwar nicht mehr direkt von oben auf den Pferdekörper. Von etwa 15 bis 16 Uhr sind die Temperatur und bei Windstille der Hitzestau jedoch am größten. Schlimmstenfalls kann fahrlässiges Vorgehen mit einem Hitzschlag beim Pferd enden.

Professionell trainierte und akklimatisierte Pferde können auch bei hohen Außentemperaturen die Körpertemperatur in sehr engen Grenzen halten, ohne viel Flüssigkeit zu verlieren. Bei Pferden, die nicht derart konsequent im Training stehen, kommt es oft recht schnell zu Körpertemperaturen von über 40 °C, was unter Umständen, je nach Intensität und Dauer der Arbeit, gefährlich werden kann. Kurze Intervallarbeit birgt deutlich weniger Risiko.
Vor 9 Uhr morgens sind die Temperaturen noch angenehm, und die Luft ist frisch von der Nacht. Trainingseinheiten sollten so früh wie möglich absolviert werden. Außerdem sollte jeder verantwortungsbewusste Reiter Schattenplätze vorziehen.
Sobald die Sonne scheint und je höher sie steigt, desto mehr wärmt sich auch die Luft auf, weshalb bei Temperaturen jenseits der 30 °C ein leichter Temperaturabfall erst gegen 17 bis 18 Uhr zu erwarten ist.

Wer in der Halle reitet, bemerkt schnell, dass auch dort die Temperaturen ungewöhnlich hoch ansteigen und sich ein wahrer „Brutkasten“ entwickeln. Abhilfe schaffen weit geöffnete Fenster und Türen. Damit es im Sommer nicht so staubig ist, ist eine Beregnungsanlage für den Reitplatz sowie für die Halle sinnvoll. Dies kann gleich zweifach helfen: Der Staub wird deutlich verringert – und die Temperaturen sinken durch das kühlende Wasser. Wer nicht in eine teure Anlage investieren möchte, kann den gleichen Effekt auch mit mehreren Rasensprengern erreichen.

Beim Training ist es ratsam, einen Wassereimer oder Tränke in der Nähe zu haben, ebenso wie auf der Weide und im Stall die Wasserzufuhr besonders gründlich kontrolliert werden muss. Auf Ausritten sollte öfter einmal an Bachläufen oder kleinen Teichen kurz gerastet werden.

Neben Schattenplätzen auf der Weide ist eine gute Belüftung im sommerlichen Stall das A und O. Das bedeutet: Türen und Fenster bei heißen Temperaturen weit öffnen, Zugluft aber vermeiden. Für Abkühlung und Frische im Stall sorgt – wie in der Halle – Wasser. Die Stallgasse kann mehrmals täglich mit Wasser besprengt werden. Gegebenenfalls können bei großer Hitze auch Ventilatoren helfen.

Elektrolyte

Elektrolyte sind positiv oder negativ geladene Teilchen, die in jedem Körper für viele biologische Funktionen eine wichtige Rolle spielen. Zu ihnen zählen unter anderem Calcium, Kalium, Magnesium, Natrium und Chlorid. So wird im Körper beispielsweise innerhalb und außerhalb der Zellen jeweils eine bestimmte Konzentration einzelner Elektrolyte wie Natrium oder Kalium aufrechterhalten. Erst durch den Austausch dieser Ionen über die Zellmembran werden bestimmte Stoffwechselprozesse ermöglicht.

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