Text: Sophia Arnold       Foto: Slawik.com

Wenn der langjährige Partner Pferd älter wird, muss man sich auch als Reiter umstellen. Doch auch mit über 20 Jahren muss man nicht aufs reiten verzichten.

Es gibt keinen genauen Zeitpunkt, ab dem ein Pferd alt ist. Ponys haben eine höhere Lebenserwartung als Warmblüter, trotzdem können auch diese bei guter Pflege und entsprechender Gesundheit ein hohes Alter erreichen.

Als Faustregel hat sich jedoch etabliert, bei Großpferden ab 20 Jahren von einem alten Pferd zu sprechen.

Doch erreicht ein Pferd dieses Alter, heißt es nicht, dass es ab diesem Zeitpunkt nicht mehr geritten oder belastet werden darf – das Gegenteil ist der Fall. Ein komplettes Einstellen jeglicher Arbeit kann sowohl für die Psyche als auch für die physische Verfassung des Pferdes schädlich sein. Denn auch bei Pferden gilt: Wer rastet, der rostet. Dies bestätige auch Mein Pferd-Expertin Katrin Obst: „Ein Pferd sollte seiner körperlichen und geistigen Verfassung angepasst weiter Aufgaben bekommen.“

Wurde ein Pferd sein Leben lang sportlich ambitioniert geritten und hat keine gesundheitlichen Probleme, spricht nichts dagegen, das Pferd auch weiterhin zu arbeiten, denn wenn der muskuläre und knöcherne Trageapparat erst mal abbaut, ist es schwer, ein Pferd im Alter wieder aufzutrainieren. Aber auch, wenn das Pferd hauptsächlich im Gelände geritten wurde, kann diese Bewegung natürlich aufrecht erhalten werden.

Schrittphase verlängern

Auch wenn man als Besitzer sein Pferd kennt und Veränderungen in der körperlichen Verfassung schnell bemerkt, schadet es nicht, regelmäßig einen Tierarzt an das alte Pferd zu lassen. Dieser kann mit professionellem Blick beratend zur Seite stehen, wenn es um die Entscheidung geht, wie viel das Pferd zukünftig leisten soll. Auch was die Bewegung angeht, sollte man mit dem Trainer oder dem Physiotherapeuten in Kontakt bleiben, rät Katrin Obst.

Da viele Pferde im Alter jedoch unter Arthrosen oder einem verlangsamten Stoffwechsel leiden, sollte man das Training entsprechend anpassen. Hier empfiehlt es sich, das Pferd vor allem mit langen Schrittphasen aufzuwärmen. Die bestätigt auch Sabine Ellinger, Reitlehrerin und Fachbuchautorin: „Man sollte eine längere Lösungsphase einplanen und nicht nur Schritt reiten, sondern auch führen.“ So kann das Pferd zunächst ohne Reitergewicht warm werden.

… den kompletten Artikel finden Sie in der Ausgabe 10/2020.