Text: Aline Müller       Foto: www.Slawik.com

Wenn sich zwei Körper in Harmonie bewegen und Reiter und Pferd regelrecht miteinander verschmelzen, entstehen magische Momente. Mit ihrem System der Dressurdynamik hat Beth Baumert eine wertvolle Wissensquelle für alle Reiter geschaffen, die nach mehr Harmonie streben und Koordination sowie Kommunikation mit dem Pferd verbessern wollen

Übung 1: Zum Himmel wachsen

Ihre Wirbelsäule endet nicht einfach am Hals, sondern führt bis in den Kopf hinauf. Daher wirkt es sich auch auf den gesamten Sitz aus, wenn Sie nach unten schauen oder das Kinn verschieben. So kann die Energie nicht mehr durch Sie hindurchfließen. Das können Sie tun:

  • Setzen Sie Ihre Wirbelsäule ganzheitlich ein. Stellen Sie sich vor, wie sie durch den Körper verläuft, und konzentrieren Sie sich nicht nur auf einzelne Segmente des Rückens oder den Kopf als isoliertes Körperteil.
  • Richten Sie sich von den Sitzbeinhöckern aus sanft durch die Wirbelsäule auf. Dabei können Sie sich einen Faden vorstellen, der an Ihrem Kopf befestigt ist und Ihren Körper regelrecht in den Himmel wachsen lässt. Ihr Blick ist nach vorne gerichtet.
  • Dabei tragen Sie den Kopf automatisch hoch, und Ihre Wirbelsäule dehnt sich sanft nach oben und unten. Das Steißbein und die Füße drücken ebenso sanft nach unten.
  • Um eine positive Körperspannung zu entwickeln, können Sie sich vorstellen, Ihr Oberkopf wäre das Genick Ihres Pferdes.
  • Lassen Sie die Schwerkraft auf die Oberseite Ihrer Schultern einwirken, sodass diese weich nach unten fallen und Ihre Ellbogen tief und elastisch werden.
  • Ihr gesamter Körper pendelt rhythmisch mit den Bewegungen Ihres Pferdes sowie mit Ihrem Atem mit.
  • Öffnen Sie Ihre Vorderseite, indem Sie das Brustbein etwas nach vorne bringen und eine stolze Haltung einnehmen. So zeigen Sie Ihrem Pferd die Bewegungsrichtung auf positive Weise an.
  • Die Bauchmuskulatur ist wichtig, denn sie verbindet Sitzboden und Stützmuskulatur um Ihren Schwerpunkt mit Brustbein und dem gesamten Schultergürtel. So wird die senkrechte Kraftlinie koordiniert und stabilisiert.
  • Bleiben Sie locker im Becken, um mit den Bewegungen des Pferdes mitschwingen zu können, aber kontrollieren Sie Ihren Sitz auch, damit er nicht zu unruhig wird.
  • Ebenso wie auf die Ferse wirkt die Schwerkraft auch auf die Knie. Dabei wippt die Ferse durch ein geschmeidiges Fußgelenk bei jedem Schritt nach unten.

Weitere Übungen finden Sie in der Juni- Ausgabe der Mein Pferd.