Text: Jan Tönjes, Kerstin Wackermann            Foto: Daniel Elke

Mit Musik läuft einiges leichter – auch das Reiten, das ist wissenschaftlich bewiesen. Das Training ist plötzlich weniger anstrengend, Lektionen gehen leichter von der Hand, und das Pferd scheint motivierter durch die Halle zu tanzen. Denn auch unsere vierbeinigen Partner fahren voll auf Musik ab – wenn es denn die richtige ist!

Alle wippen mit dem Oberkörper im Takt der Musik, singen mit „Wo’s is denn Hulapalu, wo’s ghert denn da dazu, macht ma beim Hulapalu vielleicht die Augen zu …“ Wenn Ingrid Klimke und Franzikus durch ihre Kür tanzen, klatscht das Publikum nicht nur lautstark im Takt mit, die Menge vibriert förmlich – sogar mancher Schlagermuffel lässt sich da mitreißen. Und wie sieht es bei Ihnen aus? Bei welchen Liedern summen Sie automatisch mit und beginnen, mit den Füßen zu wippen? Weil es auf Ihrer Jogging-Playlist steht oder Sie bei genau diesem Song auf der letzten Party besonders viel Spaß hatten?

Bahn frei für Glückshormone

Unsere Erinnerungen bestimmen, welche Gefühle wir mit einem Lied in Verbindung bringen. Denn beim Musikhören werden nicht nur die Bereiche unseres Gehirns aktiv, die wir zum Hören benötigen, sondern unter anderem auch unser Emotionszentrum. Musik, die wir mögen, stimuliert unser Belohnungszentrum. Unser Körper wird überflutet von Hormonen: Körpereigene Glückshormone, die Endorphine, werden ausgeschüttet, so dass das Stresshormon Cortisol reduziert wird. Das Bindungshormon Oxytocin, das Vertrauen und Sympathie fördert, wird vermehrt gebildet. Positive Emotionen rücken in den Vordergrund, Schmerzen und Stress verblassen.

Manche Menschen können sich mithilfe von Musik besser konzentrieren und fokussieren. Andere nutzen bestimmte Songs, um sich beim Joggen noch mehr zu motivieren und anzutreiben. Mit Musik können Sportler 15 Prozent mehr Leistung bringen, das haben Sportwissenschaftler der Brunel University London herausgefunden.

Der Mozart-Effekt

Manche Forscher glauben, dass es gar nicht so sehr auf die Art der Musik ankäme, sondern darauf, ob wir das Lied mögen und ob der Rhythmus der Musik zur Sportart passt. Viele Jogger werden das bestätigen – und auch Reiter würden dem wohl zustimmen, wenn sie einmal darauf achten würden. Prof. Kathrin Schütz von der Hochschule Fresenius in Düsseldorf fand nämlich heraus, dass Reiter motivierter im Sattel sind, wenn beim Reiten Musik läuft, die ihnen gefällt und die zum Takt des Pferdes passt. Die Wirtschaftspsychologin und aktive Reiterin weiß, wie Musik uns Menschen beeinflussen kann. „Es ist schon seit langem bekannt, dass sich Mozart positiv auf Menschen auswirkt: Das passive Hören von zehn Minuten Mozart-Musik hat einen kurzzeitig fördernden Einfluss auf verschiedene intellektuelle Leistungen und wirkt sich außerdem leistungssteigernd auf verschiedene räumliche Aufgaben aus“, erklärt die Psychologin. „In diversen Sportarten und beim Lernen konnte bereits der effektive Einsatz von Musik nachgewiesen werden. Da die Wirkung von Musik im Reitsport bisher noch nicht untersucht wurde, stellte sich in meiner Studie die Frage, ob Musik auch im Reitsport zur Steigerung der Motivation genutzt werden kann.“ Für ihre Studie hat die Psychologin eine moderne Mozartversion gewählt. „Wir haben ,Mozart-Re:Loaded‘ von Stefan Obermaier abgespielt, zum einen wegen des Mozart-Effekts, zum anderen hat diese Musik einen Beat, der zum Takt der meisten Pferde in den Gangarten Schritt, Trab und Galopp passt und von vielen Personen als angenehm, ‚ganz cool‘ und passend wahrgenommen wurde.“ Auch für die Pferde dürfte diese Musik ganz angenehm gewesen sein, denn in bereits vorausgegangenen Studien hatte man herausgefunden, dass Pferde unter anderem klassische Musik gegenüber Jazz- oder Rockmusik bevorzugen.

…den kompletten Artikel finden Sie in der April-Ausgabe.