Text: Lara Wassermann | Foto: Daniel Elke

Besser reiten durch einen ­Laser? Darunter konnten wir uns zunächst gar nichts vorstellen. Als der Pferdewirtschaftsmeister Holger Kirsch dann mit einer Nachbildung der Wirbelsäule, einem großen Brett und einem Sattelbock in unserem Reiterstübchen ankam, erst recht nicht mehr. Der Pferdewirtschaftsmeister und Polizeireiter, der selbst bis zur schweren Klasse erfolgreich geritten ist, arbeitet seit ein paar Jahren neben seiner Trainertätigkeit ebenfalls mit dem Laserreittrainer. Immer wieder stellte sich ihm die Frage, wie er seinen Reitschülern erklären sollte, wie sie ihre Mittelpositur richtig einsetzen können: „Der größte Teil der Hilfengebung erfolgt aus der Mittelpositur. Leider ist das Vermitteln der richtigen Bewegungen gerade in diesem Bereich extrem schwierig“, erklärt der Trainer. „Ein Reitlehrer muss in der Lage sein, in den nebulösen Weg des Reitenlernens etwas Licht zu bringen. Der Reitschüler muss wissen, wohin der Weg führt und was er warum genau so und nicht anders lernen soll. Warum das Pferd auf bestimmte Hilfen des Reiters reagiert. Hierzu habe ich den Laserreittrainer entwickelt“, so Kirsch weiter. Der Laserreittrainer soll lediglich dabei helfen, die Einwirkung zu erlernen, die vom Pferd verstanden wird und die seinen natürlichen Reflexen entspricht. Mit schlichten Worten wäre es zum Beispiel fast unmöglich die richtige Koordination des Beckens zu erklären. „Auf die Mittelpositur wird im Reitunterricht so gut wie nie eingegangen – Becken, Rumpf und Oberschenkel kommen so gut wie nie im Unterricht vor. Und wenn, dann versteht der Schüler die Anweisungen meist nicht“, erklärt der Trainer weiter.

„Man muss es fühlen“

Zunächst werden die Übungen mit dem Laser ohne Pferd, lediglich mit einem Sattel und einer Grafik eingeübt. Ziel ist, dass man ein Gefühl für sein Becken und die Auswirkungen des Rückens auf den Sitz bekommt: „Das Gute ist, dass man den ­Bewegungsablauf weitgehend selbst einüben kann, um ihn danach auf dem Pferd auszuprobieren.“ ­Holger Kirsch berichtet, dass es für ihn immer wieder erstaunlich sei, wie viel die Verbesserung der Mittelpositur ausmache; bei noch unsicheren Reitern, aber auch bei guten Reitern, die Probleme in der Traversale, beim fliegenden Wechsel oder ähnlichem haben: „Wenn das Pferd plötzlich Dinge tut, die mit dem Wünschen des Reiters konform sind, und das, wenn der Reiter den Eindruck hat, das Pferd merke gar nicht, dass es zu etwas aufgefordert wird – das ist ­wirklich wunderbar und das nennt man dann ­wirklich Harmonie.“

Auf die Idee sei er bei einem Fachauditorium gekommen, bei dem über die Einwirkung der Mittelpositur und den Drehsitz ­referiert wurde. Nachdem er schnell feststellte, dass das Vermitteln dieses Wissens über eine perfekte Beckenlage im Sattel nicht mit Erklärungen möglich ist, kam er auf die Idee mit der visuellen Hilfe des ­Lasers: „Ein ­Laserpointer, eine Bauchtasche, ein Sattel und ein Pappkarton mit der aufgemalten Grafik waren alles, was ich dazu brauchte.“ Die „Trockenübungen“ mit dem Laser vor der Grafik zeigen, ob die Reitermuskeln richtig arbeiten.

Unser Experte: Holger Kirsch ist Pferdewirtschaftsmeister für Reitausbildung und Heilpraktiker für Psychotherapie. Neben der Trainertätigkeit mit dem Schwerpunkt Sitz und Einwirkung befasst er sich mit der Problematik Angst beim Reiten. Die Kombination Laserreittrainer und Sporthypnose mit Aufarbeitung der Angstgründe zeigt eine extrem positive Wirkung. www.psychotherapie-holger-kirsch.de

…den gesamten Artikel finden Sie in der Februar-Ausgabe.