Text: Alexandra Koch     Foto: Daniel Elke

Gerade im Winter spüren viele Menschen häufig Verspannungen, wenn sie auf den Pferderücken steigen. Und auch im Home-Office-Alltag machen Rücken und Co. sich gelegentlich schmerzhaft bemerkbar. Gemeinsam mit der Sport- und Bewegungswissenschaftlerin Corinna Nerz gehen wir der Problematik auf den Grund und suchen nach Lösungen

Wohl jeder kennt das aus seinem Alltag – sei es auf oder neben dem Pferd: Plötzlich merkt man im Körper, dass etwas „klemmt“. Die Bewegung klappt nicht mehr so, wie man es gerne hätte bzw. sie verursacht Schmerzen. Solche Blockaden können in der Folge einen schlechten Sitz oder aus einer Schonhaltung heraus eine wenig feine Hilfengebung verursachen. Das wiederum kann sich auf das Verhalten des Pferdes auswirken: Es lernt, mit der Fehlhaltung seines Reiters umzugehen, indem es in seiner Bewegung ebenfalls eingeschränkt agiert. Doch die gute Nachricht ist, dass ein derartiger Teufelskreis nicht sein muss. Blockaden kann der Reiter durch viel Bewegung und die eine oder andere Fitnesseinheit aktiv entgegenwirken.

Fit in der Reithose“

Diesen Titel hat unsere Expertin Corinna Nerz ihrem ersten Buch gegeben, das Ende des Jahres 2020 im FN Verlag erschienen ist. Die Autorin weiß, wovon sie spricht, studierte sie doch Sport- und Bewegungswissenschaften und ist mittlerweile wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Forschungsabteilung der Klinik für Geriatrische Rehabilitation am Robert-Bosch-Krankenhaus in Stuttgart. Obendrein arbeitet sie momentan an ihrer Promotion und leitet gemeinsam mit ihrem Ehemann eine Physiotherapiepraxis. Also genug Fachwissen vorhanden, wenn es darum geht, wie man als Reiter die Blockaden, die einen mit zunehmendem Alter immer häufiger plagen, vermeiden kann. Doch auch in jungen Jahren sind Blockaden keine Seltenheit. Dazu trägt schon alleine bei, dass sich Reiter zwar im Rahmen ihres Sports mehr bewegen als manch anderer Zeitgenosse, aber dennoch zum Beispiel aufgrund einer sitzenden Tätigkeit im Beruf bei zu wenig Ausgleichssport nur bestimmte Körperpartien belastet werden. Die Folge: Sie „rosten ein“ und entwickeln Verspannungen.

Blockaden sind überall möglich

„Grundsätzlich lässt sich sagen, dass jedes Gelenk blockieren kann“, erklärt Corinna Nerz. „Allerdings treten – nicht im Speziellen auf Reiter bezogen – die häufigsten Blockaden an den Wirbelgelenken und dem Kreuz-Darmbein-Gelenk auf.“

Ganz generell betrachtet versteht man unter einer Blockade eine vorübergehende Einschränkung der Beweglichkeit. Ein Gelenk „verkeilt“, und dadurch entsteht eine Art Teufelskreis. „Es werden über die Nerven Impulse ins Gehirn und ins Rückenmark gesendet“, erläutert unsere Expertin. „Man muss sich das ungefähr so vorstellen, als gäbe es eine Meldung: ‚Hier stimmt etwas nicht‘. Das Rückenmark sendet dann wiederum als Schaltzentrale einen Impuls an die umliegende Muskulatur zurück. Die Spannung der Muskulatur erhöht sich, um das Gelenk zu schützen, und wir spüren eine Verspannung.“

den kompletten Artikel finden Sie in der Mein Pferd 03/2021.