Text & Foto: Christa und Tara Joof

Christa Joof und ihre Tochter Tara verbrachten ihre Sommerferien im Slieve Aughty Riding Centre in Irland. Sie durften im ­Rahmen des „Working Holidays“-Aufenthalts die Abläufe der Farm und die Mentalität der Iren kennen- und lieben lernen.

Eigentlich war ich im Oktober 2017 auf der Suche nach einem „Work and Travel“-Aufenthalt für meine Tochter, stattdessen stieß ich auf „Working Holidays“ in Irland. Da für den Sommer 2018 bei uns – wie jedes Jahr – ein Reiturlaub geplant war und meine Tochter gerne und sehr gut Englisch spricht, waren wir direkt von diesem Konzept begeistert: Für vier Stunden tägliche Arbeit zwei Stunden Reitunterricht oder einen Ausritt erhalten. Drei Locations standen zur Auswahl, und wir haben uns für das Slieve Aughty Riding Centre entschieden. Sowohl der dreiwöchige Aufenthalt als auch der Flug waren schnell gebucht, dann hieß es nur noch warten bis zum Sommer.

Am 28. Juli 2018 ging es endlich los: Mit dem Flugzeug nach Dublin und mit dem Bus quer durch Irland Richtung Galway, vorbei an unendlich grünen Koppeln mit Pferden und Kühen. Nach einer kurzen Taxifahrt waren wir endlich da und bekamen ein wunderschönes Doppelzimmer im Haupthaus und eine deutschsprachige Führung durch das Haus und die Ställe. Für Gäste stehen auch Cottages, die einzigartig und liebevoll eingerichtet sind, zur Verfügung. In den Reiseunterlagen wurde vorab darauf hingewiesen, dass die Pferdehaltung und die Ställe nicht mit den „sauberen und wohlgepflegten“ in Deutschland vergleichbar sind. In Irland sei alles rustikaler, und die Iren seien stolz auf ihre natürliche Pferdehaltung. Diese ist einfach überwältigend und wird meiner Vorstellung von einem optimalen Pferde­leben hundertprozentig gerecht: Grüne und weite Koppeln, so weit das Auge reicht, mit gut gepflegten und ausgeglichenen Pferden.

Unsere Arbeit bestand aus der Mithilfe bei den Pferden – Füttern und Ausmisten – sowie im Haus beim Reinigen der Zimmer oder im Garten beim Pflücken von Beeren und Sammeln von Äpfeln. Insgesamt war die Verpflegung einzigartig: Das Slieve Aughty Riding Centre hat als eines von nur zwei Gastronomiebetrieben in ganz Irland ein Zertifikat als hundertprozentiger Öko­betrieb. Nahezu alles wird selbst hergestellt und gekocht. Als ehemalige Hotelfachfrau habe ich mich für die Zubereitung des Frühstückes qualifiziert und diesen Job für mehrere Tage übernommen: Von Porridge und Eiern mit Speck bis Pancakes war alles dabei. Generell folgen nach fünf Tagen Arbeit zwei freie Tage. Diese können für Ausflüge, beispielsweise nach Galway oder zu den Cliffs of Moher, genutzt werden – oder es können zusätzliche Reitstunden gebucht werden. Die Reitstunden werden von professionellen Lehrern gehalten. Natural Horsemanship wird hier sehr groß geschrieben, daher wird überwiegend gebisslos geritten – sehr zu meiner Freude. Neben langen Ausritten mit ausgiebigen Trab- und Galoppstrecken in der unfassbar grünen und verwunschen anmutenden irischen Landschaft stand auch Springen auf dem Programm. Nicht nur auf dem Platz, sondern auch in einem nahe gelegenen Crosscountry-Parcours mit natürlichen Hindernissen. Einfach ein unbeschreibliches Erlebnis.

Nach der Arbeit und den reiterlichen Aktivitäten konnte man beim Abendessen gemütlich mit den anderen Gästen, weiteren Working-Holidaylern, beieinander sitzen und den Abend gesellig ausklingen lassen – auch mit einem Gläschen Wein oder Guiness. Wir haben hier sehr viele nette Menschen, Pferdefreunde und neue Freunde gefunden, sie kennen- und schätzen gelernt. Und die Leiterin Esther ist eine Seele von Mensch, immer bestrebt, dass es jedem Zwei- und Vierbeiner gutgeht. Die Zeit verging wie im Flug, und wir kommen sicherlich im ­nächsten Jahr wieder.

Ihre Christa und Tara Joof

www.slieveaughtycentre.com

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