Text: Lea Jell       Foto: privat

Für Lea Jell ging ein Traum in Erfüllung, als sie in die Fundación Real Escuela Andaluza del Arte Ecuestre nach Andalusien eingeladen wurde

Vor einiger Zeit hatte ich das Glück, hier in Deutschland den Chefbereiter der Königlich-Andalusischen Reitschule kennenzulernen. Er gab mir hier in Deutschland Unterricht und hat mich zu sich nach Jerez de la Frontera in Spanien eingeladen, um in der Fundación Real Escuela Andaluza del Arte Ecuestre, wie man die Königlich-Andalusische Reitschule dort nennt, zu reiten. Es ist ein wunderbarer Ort mit einem wunderschönen Garten, einem Schloss, einem kleinen Kutschen-Museum und natürlich den Stallungen mit den edelsten spanischen Hengsten des Landes. Es sind etwa 60 Stück an der Zahl. Mehrmals pro Woche gibt es dort auch Dressurschauen, die viele Besucher begeistern.

Insgesamt war ich zwei Mal für jeweils eine Woche zum Training dort und hatte täglich Unterricht auf den verschiedensten spanischen Hengsten. Ich hatte das große Glück, täglich circa vier bis fünf der dort beheimateten Hengste reiten zu dürfen und mit ihnen fühlen und lernen zu können, wie man hohe Lektionen reitet. Ich konnte bei der Bodenarbeit mitarbeiten und die Capriole und die Levade genau unter die Lupe nehmen. Denn es läuft dort nicht ab wie in einem klassischen Reitcamp. Als ich dort war, war ich die einzige Schülerin und musste mich täglich an der Pforte des Schlosses ausweisen, um überhaupt hineingelassen zu werden.

Im Stall selbst wurde mir dann der mir zugeteilte Trainer vorgestellt sowie mein fertig gesatteltes Pferd. Leider kann man sich dort vorab nicht wirklich mit dem Tier beschäftigen, da die Pfleger oder Stallburschen sich um das Putzen, Trensen und Satteln kümmern. Nach einer knappen Stunde Training hatte ich eine kurze Verschnaufpause. Während der Pausen, die meist nach jedem Pferd stattfinden, konnte ich in der Cafeteria des Schlosses einen Snack zu mir nehmen und das tolle Ambiente genießen. Während meiner Zeit dort bin ich zum ersten Mal selbständig und alleine Kutsche gefahren und durfte bei der Morgenarbeit zwischen den Reitenden in der großen Arena mit meiner Kutsche fahren.

Unter normalen Umständen finden in dem Schloss immer wieder Führungen statt, bei denen die Besucher bei der täglichen Morgenarbeit zuschauen dürfen. Denn in der Fundación Real Escuela Andaluza del Arte Ecuestre wird nur circa von acht Uhr morgens bis in die Mittagsstunden, meistens 14 Uhr, gearbeitet. In dieser Zeit werden alle Pferde bewegt und verpflegt. Dann herrscht dort großes Treiben. Ganz anders ist es aber am Nachmittag. Dann kehrt Ruhe ein, und Pferd und Reiter können sich vom Training erholen. Es waren einmalige Eindrücke. Sie haben mich geprägt und waren der Grundstock für mein jetziges Arbeiten mit den Pferden. Mittlerweile habe ich einen kleinen Offenstall mit Working Equitation Trail in der Nähe von Rosenheim, nehme Pferde zur Ausbildung und gebe Kurse in Working Equitation. Auf meinem Instagram Account (@Lea_Jell_Working_Equitation) und auf YouTube (Lea Jell) nehme ich meine Follower bei der Arbeit in meiner Heimat mit und schwelge gerne in Erinnerungen an diese einmaligen Erlebnisse in der spanischen Reitschule.

Ihre Lea Jell