Text: Sophia Arnold      Foto: www.Slawik.com

Jahrelang sehen wir unsere Pferde nahezu jeden Tag. Doch irgendwann kommt die Stunde, in der sich unsere Wege unweigerlich trennen. Wie es dann weitergeht, ist ganz individuell. Gleichzeitig gibt es viele Möglichkeiten, wie das Pferd für immer unvergessen bleibt

Dass unsere Tiere nicht so lange leben wie wir selbst, ist eine traurige Tatsache. Man bindet sein Herz an ein Lebewesen, erfreut sich jeden Tag an ihm und wächst zu einem Team zusammen. Doch als Team gehört es auch dazu, sich einzugestehen, wenn es an der Zeit ist, das geliebte Pferd zu erlösen.

Gerade wenn das Pferd schon älter ist, kommt immer öfter der Gedanke daran, dass die gemeinsame Zeit nicht unendlich ist. Auch ich habe diese Erfahrung schon machen müssen. Mit 24 Jahren ist meine ehemalige Reitbeteiligung in Rente gegangen. Natürlich hatte sie auch schon vorher altersbedingte Probleme, trotzdem konnten wir bis dahin gemütlich durch die Wälder streifen und auch immer wieder dressurmäßig arbeiten. Nach einem Herpes-Befall auf der Reitanlage erholte die Stute sich leider nicht mehr komplett und litt unter Ataxie. Reiten war so nicht mehr möglich. Nach Rücksprache mit dem Tierarzt war ein pferdegerechtes Leben aber nach wie vor möglich, und so zog sie mit 24 Jahren in den Rentnerstall.

Erinnerungsstücke

Durch die Infektion hatten die Besitzerin und ich schon mit dem Schlimmsten gerechnet und uns Gedanken gemacht, wie wir Cleo für uns in Erinnerung halten könnten.

Natürlich sammeln sich über die Jahre unzählige Fotos und Videos an, gerade seit die Handys immer besser werden und stets einsatzbereit sind. Doch für uns beide war klar: Für dieses besondere Pferd benötigen wir eine spezielle Erinnerung, die über einfache Fotos hinausgeht.

Wir entschieden uns für Armbänder aus den Schweifhaaren der Stute. Diese können bei verschiedenen Anbietern ganz nach dem eigenen Geschmack bestellt werden. Nach wie vor trage ich das Armband sehr gerne und habe das Gefühl, dass ich so ein Teil des Pferdes bei mir haben kann.

Ebenfalls einzigartige, jedoch etwas abstraktere Schmuckstücke werden bei Vinir hergestellt. Die Goldschmiedin Christja Tritschler gießt die Haare des Pferdes in Gold, sodass edle Unikate entstehen.

Mehr Informationen zum Thema „Abschied“ finden Sie in der aktuellen Ausgabe.