Text: K. Niemann      Foto: Privat

Gangpferde- und Westernreiter haben seit 2016 die Möglichkeit, in der Fachrichtung „Spezialreitweisen“ ihre Pferdewirtschaftsmeisterprüfung zu absolvieren. Die ersten Meister sind bereits fertig, weitere stehen in den Startlöchern.

Bestehendes zu verbessern und neue Tendenzen zu integrieren waren Ziele bei den Reformen der Pferdewirt- und Pferdewirtschaftsmeisterprüfungen. Näher an der beruflichen Praxis, handlungsorientiert sollte das Konzept werden, die berufliche Handlungsfähigkeit sollte im exemplarischen Prüfungsprinzip abgefragt werden.

Seit 2010 gibt es fünf Fachrichtungen für die Pferdewirtprüfungen, seit 2016 auch für die Pferdewirtschaftsmeisterprüfung. Die fünf Fachrichtungen: Klassische Reitausbildung, Pferdehaltung und Service, Pferdezucht, Spezialreitweisen und Pferderennen.

In der Fachrichtung Spezialreitweisen sind es derzeit zwar nur wenige, die bereits ihre Meisterprüfung absolviert haben, aber bei den zuständigen Stellen steigt die Nachfrage. Mehr als 100 Pferdewirte gibt es mittlerweile in dieser Fachrichtung, und rund ein Dutzend hat ihre Prüfung zum Pferdewirtschaftsmeister absolviert.

Genau wie in den anderen Fachrichtungen müssen auch die angehenden Meister in der Fachrichtung Spezialreitweisen zwei Arbeitsprojekte erstellen – ein praktisches Projekt in ihrem Einsatzgebiet (d. h. Gangpferde- oder Westernreiten) und ein betriebswirtschaftliches (siehe Kasten S. 54). Die Fortbildungsmodule absolvieren sie gemeinsam mit den angehenden Meistern der Fachrichtung Pferdehaltung und Service. Zusätzlich gibt es vertiefende Module für ihre spezielle Fachrichtung. Die Themenfindung für das Arbeitsprojekt Teil eins bezieht sich auf das Arbeiten mit Pferden im Gangpferde- oder Westernbereich – vertiefende Ausbildungsarbeit von Pferden und/oder Reitern, Heranführen an Prüfungen, Entwickeln von Lektionen, Vergleiche verschiedener Ausbildungswege etc

„Insgesamt ist der organisatorische Aufwand für die Pferdewirtschaftsmeisterprüfung zwar größer geworden“, fasst Sabine Kesting vom Regierungspräsidium Karlsruhe zusammen. „Die einzelnen Module zu entwickeln, für jede Fachrichtung die besten Experten und Referenten zu finden kostet Zeit. Auch die Projektbegleitung ist für die Mitglieder der jeweiligen Prüfungskommissionen recht aufwendig. Dennoch ist das Fazit auf allen Seiten durchweg positiv. Wir erhalten viele Rückmeldungen, dass jeder Berufsausbilder, der sich der Meisterprüfung nach diesem neuen Format stellt, im Hinblick auf seine eigene berufliche Entwicklung profitiert hat.“

Den kompletten Artikel finden Sie in der November-Ausgabe.